06. Juli 2022 – Tag 39 – Next Stop: Ostsee


Im Flensburger Museumshafen, an der Förde – also Ostsee!
  • Von Møgeltønder nach Flensburg
  • Ein weiterer Meilenstein: Von der tschechischen Grenze über die Nordsee zur dänischen Grenze und von dort zur Ostsee – zur Flensburger Förde!
  • 70,1 km
  • 357 m rauf und 319 m runter – ja, Fjorde befinden sich zwischen Hügeln oder gar Bergen! Und ich schlaf heute Nacht am Osthang der Flensburger Förde auf einem Hügel mit stolzen 42 Metern 😜
  • Rückenwind – 🥳 Hurra!
  • Keine Gatter! 😀
  • Kein Regen ♥️

Es war schön in Møgeltønder. Berührend. Es war fast ein bisschen so, als ob ich bei Holger zu Besuch wäre. Auch wenn das irgendwie Quatsch ist, so hat es sich halt angefühlt. Holger hat nie in diesem Haus gelebt, aber er kannte es und vor seinem Tod gab es bereits den Plan, es zu kaufen.

Ich bin dankbar für die Begegnung mit Petra und Hedda. Holger war sicher der gemeinsame Nenner, denn wir 3 Frauen kannten uns eigentlich ja nicht, doch es gab durchaus noch andere Nenner in der Gleichung zu entdecken.

Nach dem Abschied und dem Besuch an Holgers Grab, der inzwischen auch nach Dänemark umgezogen ist, war ich traurig. Der Wind um die Nase und und was Neues zum Anschauen haben – wie immer – geholfen.

Seit Anfang der 1990er Jahre bis 2014 wohnte der dänische Prinz Joachim mit seiner Familie im Schloss Schackenborg. 2014 wurde das Schloss der neu gegründeten Schackenborg-Stiftung übertragen. Im Südflügel des Barockschlosses hat die Prinzenfamilie allerdings weiterhin ihre privaten Gemächer. Ab und an kommt auch Königin Margarethe zu Besuch. Zum Beispiel an Weihnachten 2020.

Ein sehr schöner Radweg, nördlich der Grenze, mehr oder weniger daran entlang, mit E19 ausgeschildert, brachte mich zur Ostsee. Der Weg war praktisch menschenleer. Mich begleiteten über große Strecken nur Getreide-, Mais- und Kartoffelfelder, manchmal ein wenig Wald und immer der Wind (aber heute mal von hinten! 😀).

Ich habe maximal 4 Autos getroffen. Eines hat angehalten – the middle of nowhere (wo ich mangels Sitzgelegenheit mein Picknick im Stehen aß) – um zu schauen, ob alles ok ist, und auch ein wenig aus Neugier, woher ich komme. Ein älteres dänisches Ehepaar. Nachdem Dänisch für mich und Englisch für sie keine Option war, hat es auf Deutsch funktioniert 👍🏼.

Und dann war ich auch schon in Flensburg, an der Ostsee. Mir war kalt. Vor dem besten Krabbenbrötchenstand im Museumshafen war eine lange Schlange – verständlicherweise! Also doch ins benachbarte Werftcafé – daher die Fotos durch Plexiglas-Scheiben 🤪 – da gab es zumindest auch eine Toilette. Krabbenbrötchen muss ich halt morgen noch mal probieren.

Norderstraße und Shoefiti. „Wiesu denn bluß?“ würden die Rumpelwichte aus Ronja Räubertochter‘s Welt fragen. Das Netz weiß natürlich was dazu.

Es gibt nicht viele Trends, die in Flensburg entstehen und erst Jahre später in Berlin ankommen. Shoefiti aber ist so einer. So nämlich nennt sich die Kunst, die seit 2007 jene Stadt erobert, die sonst vor allem für ihre Punkte und Bügelverschlüsse an Bierflaschen bekannt ist.

Hoch oben über der sonst eher trist anmutenden Norderstraße hängen sie – Sneaker, Gummistiefel, Sandaletten. Schuhe aller Art, die vor allem eines verbindet: die alte Oberleitung der ehemaligen Flensburger Straßenbahn, an der sie baumeln.

Woher sie kommen, weiß niemand so genau, nur, dass es in den letzten Jahren immer mehr wurden, bis der Weihnachtsschmuck schließlich weichen musste und dem Nordertor – einst heimliches Wahrzeichen von Flensburg und in derselben Straße gelegen – in Stadtführungen nur noch eine Statistenrolle zukam.

Waiting is happiness

In der selben Straße gibt es seit ein paar Jahren außerdem die Katzen-Graffitis. Heißt das analog dann Catfitis?

Inkognitokunst: In Brandenburg habe ich Waldmöpse gejagt, in Flensburg Katzen. Habe aber lang nicht so viele gefunden, wie es scheint 😲, wenn ich den Artikel der Katzenmalerin anschaue.

Einer der Vorteile der Roten Zora ist, dass wir einfach mal irgendwo den Berg rauffahren können, auf der Suche nach einem Aussichtspunkt. Wir wurden auf der Westseite der Förde fündig 😍

Meine Unterkunft auf dem „Berg“ erreichte ich just bevor der Regen einsetzte. Perfekt. Es hat die ganze Nacht geregnet. Zum Glück habe ich aufs Camping verzichtet.


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