
- 20.500 Schritte – vermutlich sind ein paar Tanzschritte dabei
- Führung durch das Reichstagsgebäude am Morgen – Die Kuppel und der Blick von da oben ist großartig und auch für Höhenängstliche geeignet
- Lecker italienisch zu Mittag gegessen am Stuttgarter Platz
- Herbert am Abend – genial! Und die Waldbühne ist definitiv einen weiteren Besuch wert.
Wieder plein soleil, aber etwas kühler als am Samstag. Auf zum Reichstag! – der Name „Bundestag“ hat sich anscheinend deshalb nicht durchgesetzt, weil die Taxifahrer die Menschen nur dann sicher zum Ziel brachten, wenn sie sagten „zum Reichstag, bitte“. Gegen die Taxifahrer verloren sozusagen.

















Das „Band des Bundes“ besteht aus dem Kanzleramt, dem Paul-Löbe-Haus (in dem die Ausschüsse tagen) auf der Westseite der Spree und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der Ostseite. Es verbindet die beiden früher durch die Mauer getrennten Teile der Hauptstadt über die Spree hinweg.
Den Durchgang zum gegenüberliegenden Jakob-Kaiser-Haus (früher „Kammer der Technik“) im Keller hat die DDR 1957 zugemauert. Der Verlauf der Berliner Mauer wird in dem wieder geöffneten Raum dargestellt.
Das „Archiv der Deutschen Abgeordneten“ von Christian Boltanski enthält fast 5000 Metall-Kästen, mit den Namen der Abgeordneten beschriftet, die zwischen den Jahren 1919 und 1999 auf der Grundlage demokratischer Wahlen einem deutschen Parlament angehörten. Der präsentierte Zeitraum endet mit der Wiederaufnahme des Parlamentsbetriebes im Reichstagsgebäude. Die Jahre, in denen das deutsche Volk über kein demokratisch legitimiertes Parlament verfügte, werden durch eine einzelne schwarze Box repräsentiert. Es sind sozusagen die „schwarzen Jahre“.
Man könnte die gestapelten Kästen für eine stabile Ziegelmauer halten: die Abgeordneten als tragendes Fundament der Demokratie Deutschlands. Siehe auch hier. Das Kunstwerk war der Beitrag Frankreichs, als Teil der Alliierten, zur Neugestaltung des Reichstags.
Der US-amerikanische Beitrag ist die „Installation für das Reichstagsgebäude“ von Jenny Holzer: Die auf einer „Stele zur Deckenmitte hin aufsteigenden Parlamentsreden bilden symbolisch einen tragenden Pfeiler des Parlamentes als des Hauses der politischen Rede“.
Der britische Beitrag (oder der sowjetische?) sind die kyrillischen Inschriften im Reichstag. Sie wurden von Norman Foster bei der Umgestaltung wiederentdeckt – hinter Gips- und Asbestplatten. Foster integrierte diese „Zeichen der Geschichte“ künstlerisch in die Innengestaltung.
Norman Foster wollte den Adler im Plenarsaal gegenüber der „Fetten Henne“ aus Bonn etwas schlanker gestalten, doch kam mit keinem seiner Entwürfe durch. Da es aber auch eine Rückseite zu gestalten gab – der Adler hängt vor einer Glaswand – gab Foster diesem Adler längere Flügel und ein Lächeln. Die längeren Flügelspitzen der Rückseite lassen auch die fette Henne auf der Vorderseite schlanker erscheinen.
Übrigens wollte Foster zuerst keine Kuppel bauen, sondern ein gerades Dach – ähnlich dem des Kanzleramtes und des Paul-Löbe-Hauses. Ein Glück gab es absolut keine Zustimmung! Die Kuppel ist genial! In jeder Hinsicht!










Zum Abend mit Herbert gäbe es viel zu sagen, aber wo fange ich an und wo höre ich auf?
Der Veranstaltungsort ist der Hammer. Das Publikum war beeindruckend leidenschaftlich und textsicher. Gänsehautmomente ohne Ende. Herbert ist wahnsinnig mitreißend, süß und unterhaltsam, bescheiden und doch selbstbewusst, ein Energiebündel (wow, ist der Mann fit!) und tanzwütig, ein Dirigent der Massen. Großartig!
Und nebenbei bemerkt war die Musik auch toll.





Herbert fand’s auch gut, scheint mir.




