15. September 2022 – Tag 5 – Scirocco


Kochen in Blau
  • Santa Maria Navarrese
  • Scirocco-Sturm nachts
  • Weltuntergangsstimmung morgens – ganz komisches Licht, als ob es schon wieder Abend wäre
  • Schwülheiß ohne Wind am Morgen, mit Wind ab Mittag
  • Faulenzen, lesen, schlafen – Repeat!
  • Culurgiones, eine sardische Spezialität, zum Abendessen
  • Kochen im Dunkeln – wir sind definitiv immer noch nicht daran gewöhnt, dass es um 20 Uhr finster ist

Nachts um 3 war der Scirocco endgültig da. Heißer böiger Wind, der unser Sonnensegel malträtierte und die Hängematte, die – vom Wind aufgebläht – einen unserer Stühle umschmiss. Regen nur wenig. Morgens war es immer noch schwül-heiß. Also, erster Gang: Meer 🌊

Mein großer Jugend-Schwarm fuhr einen VW-Scirocco. Das war cool 😎. Ich wusste zu dieser Zeit noch nicht, dass Scirocco ein heißer Wind ist (das hätte es ja noch cooler gemacht), da ich als Kind nur selten im Urlaub und nur ein Mal mit meinem Götti (Patenonkel) am Meer in Spanien war. Auch von Mistral (dem kalten Pendant des Sciroccos) hatte ich noch nie gehört. So waren mir viele Dinge im Süden lange fremd und ich erlebe Vieles jetzt zum ersten Mal, z.B. den Scirocco jetzt gerade und den Mistral letzten Sommer in der Provence.

Kürzlich habe ich in einem Buch gelesen, dass der Mistral die Leute kirre mache, wenn er so kalt und unerbittlich durch die Gassen pfeift. Ich denke, das ist mit dem Scirocco ähnlich, wenn er den Menschen die heiße feuchte Luft unbarmherzig ins Gesicht bläst. Als ich heute aus dem klimatisierten Supermarkt ins Freie trat, fühlte es sich jedenfalls an, als ob ich ein Dampfbad mit Ventilation betrete. Eine heiße feuchte Wand! Die Metapher „Luft zum Schneiden“ sehr bildlich illustriert.


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