12. Juni 2024 – Tag 6 – Oder oder was?


Pierogi polski
  • Von Cedynia nach Pniewo
  • 67,3 Kilometer, 4.700 Schritte
  • 490 Meter hoch und runter
  • Oder wo bist du? Wenig bis gar nichts von ihr gesehen. Es gibt relativ viele Fotos, weil ich sie immer fotografiert habe, wenn sie meinen Weg kreuzte
  • Wenig bis gar keine Radwege – bin eigentlich fast immer auf der (oft stark befahrenen, großen) Straße gewesen
  • Habe genau ein Schild für den Radweg gesehen
  • Wenn der Weg dann doch mal abseits der Straßen war, dann im Sand, auf Kopfsteinpflaster, über diese Wege die wie Parkett mit 2/3-Meter breiten Beton-Platten gestaltet sind, oder tief im Wald ohne Garantie, dass der Weg auch weitergeht
  • Das betörende Geräusch von Wind in Birke!
  • Klatschmohn überall!
  • Ein Kranich mit rotem Fleck am Kopf startet seinen Flug quer zu meinen Weg im Wald – grandioses Tier
  • Super leckere Pierogi
  • Sehr nass im Hotel à la Ostblock in the 80s angekommen

Die Wettervorhersage am Morgen ist grandios. Sieben Stunden Sonne. Kein Regen. Aber kühl trotz allem. Damit will ich happy sein.

Bei Bielinek gab es ein wenig Oder zu sehen. Davor Straße im Wald mit wild überholenden Polen. Durchgezogene Linien werden ignoriert – immer!

Danach kilometerlange Straße durch Eichenwald. Etwas langweilig. Dann eine wunderbare Allee aus Buchen – Lichterspiele in den Blättern. Es war auch ziemlich hügelig – unerwartet.

Und runter nach Krajnik Dolny (Schwedt, bekannt aus Polizeiruf 110, liegt in Deutschland auf der anderen Seite der Oder), wo mich der Regen erwischte, als ich gerade an einer Bushaltestelle vorbei fuhr (gutes Timing). Die Polizei war auch da. Bewachte die Grenze? Bei dauerhaft laufendem Motor – wie übrigens die meisten Autofahrer auch, „wenn sie sich mal schnell was holen“. Da ist bei uns schon viel passiert.

Schade, dass ich bei den Erdbeeren oder Kirschen nicht zugeschlagen habe. Das wäre ein toller (und günstiger) Snack gewesen für die Zwangspause an der „Grenze“.

Die Pfosten mit den Flusskilometern sind auf der polnischen Seite in den polnischen Farben und Wappen. Auf der deutschen Seite sind sie schwarz-rot-gold – das ist mir gestern schon aufgefallen, aber der Groschen fiel erst jetzt. Habe das am Rhein noch nie bewusst gesehen. Aber vielleicht ist das an der Grenze zu Frankreich oder der Schweiz auch so?

Sandkastenspiele! Der Radweg muss einer von denen sein. Aber das kann doch kein Radweg sein! Ich habe sie alle ausprobiert. Fühlte mich an das Elbe-Camp vor den Toren Hamburgs 2022 erinnert. Zora rührt sich darin gar nicht und Schieben ist keine Option.

Den mittleren Weg hatte ich schlicht übersehen und – als dann entdeckt – auch ignoriert. Wieder zurück.

In Widuchowa (Dt. Fiddichow) hatte ich ein kleines Restaurant ausgesucht. Die Inhaberin war reizend. Das Essen hervorragend.

Nach Widuchowa biegt die deutsch-polnische Grenze nach Westen ab. Die Oder liegt also komplett in Deutschland. Rot-weiße Markierungen auf beiden Seiten, oder einfach neutrale?

Das Wetter hat mich dann noch mal ausgetrickst. Knapp 2 km vor meinem Hotel hat es noch mal runtergemacht, was nur ging. Dieses Mal hatte ich nur den Schutz eines Baumes, der aber nicht lange angehalten hat. Also im Regen weiterfahren. Nass ankommen – im sozialistischen Charme der 80er Jahre. Abendessen bis 21 Uhr. Frühstück von 5 bis 8. Wow!

Und uffbasse: Kotlet ist ein Schnitzel!


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